Zeit 07.10.2026
06:55 Uhr

EU-Handel mit China: China kritisiert Pläne in der EU für Schutzinstrumente im Handel


Deutschland und Frankreich regen neue Schutzinstrumente an, um die europäische Wirtschaft zu schützen. China fordert, auf Protektionismus zu verzichten.

EU-Handel mit China: China kritisiert Pläne in der EU für Schutzinstrumente im Handel
China hat Deutschland und Frankreich wegen ihrer Forderung nach neuen europäischen Schutzinstrumenten gegen unfaire Handelspraktiken kritisiert. »Protektionismus kann die Wettbewerbsfähigkeit nicht steigern«, sagte ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums. Eine Abkopplung und das Kappen von Lieferketten schadeten anderen und nützten einem selbst nicht. Deutschland und Frankreich sollten an Offenheit und freiem Handel festhalten und die Regeln der Welthandelsorganisation WTO einhalten, hieß es weiter. Der Sprecher forderte beide Länder auf, die EU nicht zum Einsatz protektionistischer Instrumente zu bewegen und Wirtschafts- und Handelsfragen nicht zu politisieren. Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten sich gemeinsam für neue Schutzinstrumente ausgesprochen. Systematisch marktverzerrende Praktiken gefährdeten den Wettbewerb für europäische Unternehmen und führten zu zunehmenden Abhängigkeiten, heißt es in einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Ein bestimmtes Land nennen Merz und Macron dabei nicht, Hintergrund dürfte aber vor allem die chinesische Handelspolitik sein. EU wirft China Wettbewerbsverzerrung vor Die EU wirft China unter anderem staatliche Subventionen und Überkapazitäten vor, die europäischen Unternehmen den Wettbewerb erschweren würden. Die EU-Kommission hat deshalb schon Strafzölle auf Elektroautos aus China verhängt, die Stahlzölle verschärft und mehrfach chinesische Firmen von öffentlichen Ausschreibungen ausgeschlossen. China weist die Vorwürfe zurück. Grund für den Erfolgskurs seien keine unfairen Subventionen, sondern Investitionen in die Forschung und die Massenproduktion der chinesischen Industrie. Vor kurzem hatte China bereits mit einer »entschlossenen Reaktion« gedroht , wenn die EU neue Handelsbeschränkungen einführen sollte. Merz und Macron schlagen unter anderem ein Instrument vor, das eine zu starke Abhängigkeit von Lieferanten aus einzelnen Ländern verhindern soll. Zudem soll ein Instrument geschaffen werden, mit dem ein anderes Land im Eilverfahren vom europäischen Binnenmarkt ausgeschlossen werden könnte. EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič reist am Donnerstag in die chinesische Hauptstadt Peking. Dort sind Gespräche mit Chinas Handelsminister Wang Wentao über die angespannten Wirtschaftsbeziehungen geplant.