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18.08.2026
06:00 Uhr
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Die Elbvertiefung am Dienstag – Mit einem 24-stündigen Warnstreik im Hafen, einer ersteigerten Ostseeinsel und der verwunderlichen Verwaisung von Fahrradparkhäusern

Liebe Leserin, lieber Leser, ja, Sie sehen ein neues Gesicht. Hallo! Ich bin dennoch nicht neu im Hamburg-Ressort der ZEIT. Die eine oder der andere hat von mir vielleicht schon mal eine Mail bekommen, als Sie einen Schnack oder ein Foto eingereicht, uns etwas zum Newsletter gefragt oder eine Verlosung gewonnen haben. Mein Name ist Gesa Woltjen. Seit mehr als acht Jahren betreue ich die Lesermails der Elbvertiefung . Ursprünglich bin ich Betriebswirtin und habe auch in dem Bereich gearbeitet. Doch ich habe mich recht schnell entschlossen, angewandte Kulturwissenschaften in Lüneburg zu studieren. Der Zufall hat mich anschließend zur Elbvertiefung gebracht – doch es ist ein glücklicher, denn hier im Hamburg-Ressort komme ich zu meinen Wurzeln zurück. Ich bin in dieser Stadt, genauer gesagt in Harburg, geboren und aufgewachsen. Seit meiner Kindheit – ich bin in den 1970ern geboren – hat sich Hamburg sehr verändert. Erinnern Sie sich etwa noch an den City-Hof, diesen grauen, vierteiligen Hochhauskomplex, der auf der linken Seite zu sehen war, wenn man im Zug in den Hauptbahnhof einfuhr? In den 1970ern wurde die weiße Keramikfassade grau eingekleidet, inzwischen gibt es den City-Hof gar nicht mehr ( wir berichteten ), dafür inzwischen eine S-Bahnlinie über die Elbe in den Süden. Ich erinnere mich, dass ich vor der Einführung der S3 mit meinen Eltern noch mit der Regionalbahn von Harburg aus »rüber in die Stadt« fahren musste. Von der Lombardsbrücke aus betrachtet sah die Skyline mit dem Rathaus auch anders aus; es stand einmal ein Hochhaus am Großen Burstah, dessen Logo nachts einen blauen Punkt an den Himmel warf . Beim Streit’s Haus am Jungfernstieg erinnert heute nur noch der Name an das Filmtheater, das dort war. Das sind nur eine Handvoll Beispiele dafür, wie sich die Stadt verändert hat. Ich ahne schon, wie es so manchen von Ihnen in den Fingern juckt, die Liste zu ergänzen. Meine Frage ist dabei an Sie: Schlummern in Ihren Fotoalben Zeugnisse dieser und anderer Veränderungen unserer Stadt? Falls ja, schicken Sie mir gern eine digitale Kopie Ihrer Fotos an hamburg@zeit.de zu, mit dem Betreff »Hamburg-Nostalgie«. Aufnahmejahr und ein -ort wären auch wunderbar. Vielleicht können wir einige dieser Fotos hier im Newsletter zeigen. Ganz unten finden Sie eines von mir: ein Schiff an den Landungsbrücken. Mit dieser Fähre bin ich 1989 nach England zu einem Schüleraustausch gefahren. Wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie mich winken. Leider gibt es diese Fährverbindung nicht mehr. Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag. Ihre Gesa Woltjen PS: Auch diesen Monat wollen wir wieder Ihre Stimmen einsammeln: Was nervt Sie gerade in unserer Stadt? Und natürlich auch: Was macht Sie glücklich? Wir freuen uns auf ein bis zwei Sätze bis Mittwoch, 12 Uhr an hamburg@zeit.de , Betreff: »Ach, Hamburg!«. Eine Auswahl drucken wir kommende Woche Donnerstag in der Printausgabe der ZEIT. PPS: Herzlichen Dank an alle von Ihnen, die uns als Reaktion auf die Elbvertiefung von gestern Buch-, Film- und Plattenläden empfohlen haben, die zwar nicht an der Grindelallee liegen, dafür aber in fußläufiger Distanz, etwa in der Bogenstraße, im Eppendorfer Weg, in der Gärtner-, Hartung- und Rentzelstraße, im Straßenbahnring. Wir sind beruhigt: Intelligentes Leben ist weiterhin möglich! Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, oder wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an hamburg@zeit.de . WAS HEUTE WICHTIG IST Die Gewerkschaft Ver.di hat gestern zu 24-stündigen Warnstreiks an sechs deutschen Seehäfen aufgerufen. Auch der Hamburger Hafen ist davon betroffen. Hintergrund sind laufende Tarifverhandlungen. Ver.di fordert 8,2 Prozent mehr Lohn für die rund 11.000 Beschäftigten. Fast jedes vierte Kind im Kita-Alter hat Probleme mit der Sprache oder dem Sprechen. Das geht aus dem Kinderatlas der Krankenkasse Barmer hervor. Demnach hatten 2024 rund 22,8 Prozent der Vorschulkinder eine ärztlich dokumentierte Sprach- oder Sprechstörung. Kliniken und Pflegeheime sind auf Hitze nur teils mit Klimaanlagen vorbereitet. Laut Senatsantwort auf eine CDU-Anfrage meldete von 18 Krankenhäusern fast die Hälfte null Prozent klimatisierte Betten (Stand 20. Juli). Nicht für alle Häuser liegen Zahlen vor. Von mehr als 130 Pflegeheimen hat keines angegeben, mehrheitlich über klimatisierte Bewohnerzimmer zu verfügen. Im ersten Halbjahr hat die Wasserschutzpolizei im Hafen drei Schiffe beim verbotenen Ablassen von Ballastwasser ertappt. Das teilte die Umweltbehörde mit. Laut Polizeipressestelle gab es einen weiteren Verstoß außerhalb des Hafens. Ballastwasser ist reguliert, weil es fremde Organismen einschleppen kann. Bei Verstößen drohen Bußgelder. Aus den Polizei-Nachrichten: In Billstedt soll gestern eine Frau ihren Partner mit einem Messer am Hals verletzt haben. Lebensgefahr bestehe nicht, die Frau wurde festgenommen. In Osdorf sind in der Nacht auf Montag vier geparkte Autos ausgebrannt, drei weitere wurden beschädigt. Verletzt wurde niemand, die Ursache ist noch unklar. AUS HAMBURG »60.000 Euro, zum Dritten!« In Hamburg wurde kürzlich eine Insel versteigert. Kein Palmenparadies, sondern eine Ruine in der Ostsee. Was haben die neuen Besitzer damit vor? Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Artikel von ZEIT-Autor Söhnke Callsen. Es ist ein schwüler Julitag, an dem Oliver Pesendorfer die künstliche Insel Ostervilm erreicht. Der rund 700 Quadratmeter große, verwitterte Betonkoloss liegt in der Ostsee, rund zwei Kilometer südöstlich von Rügen, eine frühere Militärstation der Nationalen Volksarmee. Vor wenigen Wochen hat der Unternehmer sie mit einem Geschäftspartner ersteigert. Kosten: 60.000 Euro. Pesendorfer steigt aus dem schwankenden Fischerboot, fast fällt er hin dabei. »Als Erstes braucht’s hier einen vernünftigen Steg zum Anlegen«, sagt der 60-Jährige und wischt sich den Schweiß von der Stirn, das blaue Hemd klebt am Rücken. Sein Blick schweift über eine gespenstische Szenerie. In der Mitte stehen zwei baufällige Baracken, eine Tür hängt nur noch halb in den Angeln, kein Fenster hat mehr eine Glasscheibe, alles ist hier mit Vogelkot bedeckt. »Der Zustand ist schon arg«, gibt er zu. Es ist sein zweiter Besuch auf der Insel. Beim ersten, einige Wochen zuvor, habe er erst mal schlucken müssen. Dass Ostervilm keine Paradiesinsel ist, habe er sich denken können – aber dass es so runtergekommen ist, das hatte er dann doch nicht erwartet. Pesendorfer hatte die ungewöhnliche Immobilie vor einigen Monaten im Katalog der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG entdeckt – zwischen Reihenhäusern, Eigentumswohnungen und Flurgrundstücken. Inseln stehen in Deutschland selten zum Verkauf. Nach Einschätzung des Inselmaklers Farhad Vladi befinden sich bundesweit nur rund 40 Inseln in Privatbesitz, vor allem kleinere in Binnengewässern. Dementsprechend groß war das Interesse an Ostervilm. Welche Pläne Persendorfer nun für seine »Probleminsel« hat , lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung. → Zum Artikel (Z+) SCHON GELESEN? Woran Fahrradparkhäuser scheitern Viele Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen sind kaum ausgelastet. Eine Betreiberfirma hat nun Insolvenz angemeldet. Dabei müsste die Nachfrage groß sein. Was läuft falsch? ZEIT-Autor Tim Neumann ist der Frage nachgegangen. → Zum Artikel (Z+) DARAUF KÖNNEN SIE SICH FREUEN Der Harburger Stadtpark feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass hat der Autor Jürgen Ehlers gemeinsam mit dem Stadtmuseum Harburg ein Buch zur Parkgeschichte veröffentlicht: 100 Jahre – Der Harburger Stadtpark . Am kommenden Sonntag bietet das Stadtmuseum Harburg eine Führung mit dem Autor durch den Stadtpark an. Führung durch den Harburger Stadtpark, 23.08., 15 Uhr; Treffpunkt Bootshaus Außenmühle, Gotthelfweg 2 A; Teilnahme kostenfrei; Anmeldung erforderlich unter: 040 – 42871 2497 MEINE STADT HAMBURGER SCHNACK Ein heißer Tag, in der Bäckerei bildet sich eine kleine Warteschlange. Etwas abseits steht ein Mann, offensichtlich wartet er auf seine Bestellung. Irgendwann tritt er einen Schritt vor und fragt: »Sagen Sie, haben Sie mein Sandwich vielleicht vergessen?« – »Nein, nein, das machen wir für Sie noch warm.« – »Unter der Sonne?« Gehört von Dirk Borchers Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren .