Zeit 02.10.2026
19:31 Uhr

Energiekrise: G7 wollen bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl freigeben


Um die hohen Energiepreise zu senken, haben die G7 beschlossen, strategische Reserven freizugeben. Außerdem sollen Produktionsbedingungen flexibler werden.

Energiekrise: G7 wollen bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl freigeben
Die sieben führenden westlichen Industrieländer haben sich darauf verständigt, bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl freizugeben. Dies solle in den kommenden vier Monaten geschehen, teilte der französische Präsident Emmanuel Macron nach einer Videokonferenz der G7-Vertreter zur Energiekrise mit. Zudem sei eine ​»vorgezogene, erhebliche Freigabe von Diesel innerhalb der ersten 20 Tage durch die G7-Mitglieder und ihre ​Partner« geplant. Die G7-Staaten hätten vereinbart, ihre Maßnahmen weiter abzustimmen, um die Öllieferungen durch die Straße von Hormus zu sichern, sagte Macron. Zu der Gruppe gehören neben Frankreich die USA, Deutschland, Großbritannien, Italien, ⁠Kanada und Japan. ​Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nahm an den Gesprächen teil. Macron zufolge soll zudem die Produktion flexibler gestaltet werden, »um die maximale Kapazität unserer Raffinerien auszuschöpfen«. Zudem bekräftigten die Staats- und Regierungschefs der ‌G7-Staaten demnach ihre Verpflichtung, auf Exportbeschränkungen ‌für Energie und Energieträger untereinander zu verzichten. Von der Leyen: »Bürger brauchen bezahlbare Energie« EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte die Entscheidung. Europas Bürger bräuchten und verdienten bezahlbare Energie, schrieb sie auf X . »Als G7 werden wir uns eng abstimmen, um dieses Ziel zu erreichen.« Aus deutschen Regierungskreisen hieß es laut der Nachrichtenagentur Reuters, die Freigabe sei wichtig, um die ​Versorgungslage und das Marktgeschehen zu stabilisieren. US-Präsident Donald Trump hatte die europäischen Partner zur Freigabe der Reserven gedrängt. Er brachte sogar einen Exportstopp für Diesel ins Spiel . Die Treibstoffpreise waren in den vergangenen Wochen infolge des Irankriegs erneut deutlich gestiegen. Dies erhöhte den Druck auf Trumps Republikaner, die sich rund einen Monat vor den Kongress-Zwischenwahlen in den USA im Umfragetief befinden. Die grundsätzliche Entscheidung über eine Freigabe von Reserven liegt bei der IEA mit ihren 32 Mitgliedsländern. Die IEA hatte zuletzt im März als Reaktion auf den Irankrieg eine Rekordmenge von 400 Millionen Barrel Rohöl aus strategischen Ölreserven freigegeben. Wegen der weltweit steigenden Preise, vor allem für Diesel, kam die Frage erneut auf.