Zeit 18.08.2026
09:46 Uhr

Erwerbstätigkeit in Deutschland: Zahl der Beschäftigten sinkt trotz Konjunktur im zweiten Quartal


Die Konjunkturerholung geht am deutschen Arbeitsmarkt vorbei. Im zweiten Quartal waren im Schnitt 45,7 Millionen Menschen erwerbstätig, etwas weniger als im Vorjahr.

Erwerbstätigkeit in Deutschland: Zahl der Beschäftigten sinkt trotz Konjunktur im zweiten Quartal
Die deutsche Wirtschaft wächst wieder, doch auf dem Arbeitsmarkt ist davon bisher wenig zu spüren. Im zweiten Quartal waren durchschnittlich rund 45,7 Millionen Menschen erwerbstätig. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Das waren 212.000 Menschen oder 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. »Damit setzte ​sich der Rückgang der Erwerbstätigkeit mit ⁠leicht zunehmendem Tempo fort«, hieß es dazu. Bereinigt um saisonale Effekte waren 53.000 Menschen weniger beschäftigt. Eine schnelle Verbesserung erwartet die Bundesregierung nicht. Wegen des demografischen Wandels und der unsicheren weltpolitischen Lage dürfte sich der Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten kaum erholen. Dabei war die deutsche Wirtschaft zuletzt wieder gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal um 0,2 Prozent. Es war bereits das dritte Quartal in Folge mit einem Wachstum. Rückgang in der Industrie besonders groß Erstmals seit der Pandemie ging die Zahl der Beschäftigten bei den Dienstleistern im Frühjahr zurück. Im Vergleich zum Vorjahresquartal waren es 27.000 Beschäftigte weniger. Im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe sank die Beschäftigung um 115.000 Personen. Bei den Unternehmensdienstleistern, zu denen auch Zeitarbeitsfirmen gehören, waren es 52.000 Beschäftigte weniger. Auch im Bereich Information und Kommunikation ging die Zahl um 24.000 Personen oder 1,5 Prozent zurück. Besonders stark war der Rückgang im Produzierenden Gewerbe, etwa in der Industrie. Dort sank die Zahl der Beschäftigten mit 159.000 Personen um 2 Prozent. Die exportabhängige deutsche Industrie leidet unter anderem unter den US-Zöllen und der wachsenden Konkurrenz aus China. Auch im Baugewerbe ging die Beschäftigung um 0,7 Prozent zurück. In der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei waren es 9.000 Beschäftigte weniger. Im Bereich Öffentlicher Dienst, Erziehung und Gesundheit stieg die Zahl dagegen weiter. Dort gab es 187.000 Beschäftigte oder 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.