Zeit 19.03.2026
07:12 Uhr

Fertilität: Fast jede dritte Frau hat Probleme beim Schwangerwerden


Knapp 30 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter haben laut einer Studie Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Fast jede Zehnte erlebte demnach bereits eine Fehlgeburt.

Fertilität: Fast jede dritte Frau hat Probleme beim Schwangerwerden
Fast jede dritte Frau im reproduktiven Alter hat einer Studie zufolge Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Das zeigt eine Studie zu sogenannten Fertilitätsbarrieren vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB). Demnach gaben rund 28 Prozent der befragten Frauen innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren an, dass eine Schwangerschaft nur verzögert eingetreten oder ausgeblieben sei. Weitere neun Prozent gaben an, eine oder mehrere Fehlgeburten erlebt zu haben. "Die Ergebnisse zeigen, dass etwa jede dritte Frau im reproduktiven Alter biologische Fertilitätsbarrieren erlebt", sagte Studienmitautorin Nadja Milewski. Grundlage der Analyse waren Daten des Familienpanels pairfam , die ausgewertet wurden. Über zehn Jahre begleitete das Forschungsteam insgesamt 1.862 Frauen aus drei Geburtskohorten. Eine Geburtskohorte bezeichnet eine Gruppe von Menschen, die im selben Zeitraum – meist im selben Kalenderjahr – geboren wurden. Risiko unerfüllter Kinderwünsche bei Frauen ab 35 größer Der Studie zufolge ist ein wichtiger Faktor bei der Familiengründung das Alter. In Deutschland liegt das Durchschnittsalter von Müttern beim ersten Kind bei 30,4 Jahren, Väter sind meist noch älter. Mit zunehmendem Alter der Gebärenden steigt das Risiko für Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten deutlich. Besonders ab 35 Jahren wird dies relevant: In dieser Altersgruppe haben bereits 47 Prozent der Frauen sogenannte Fertilitätsbarrieren erlebt. Nur acht Prozent bekommen in diesem Alter ohne Schwierigkeiten ein Kind. "Das Risiko, dass Kinderwünsche unerfüllt bleiben, ist bei den Frauen ab 35 Jahren erheblich", sagte Milewski. In der mittleren Altersgruppe, etwa zwischen Mitte 20 und Mitte 30, ist die Situation laut Studie günstiger für den Versuch, schwanger zu werden. Rund 63 Prozent der Frauen bekamen innerhalb von zehn Jahren mindestens ein Kind. Biologische Faktoren, aber auch Vereinbarkeit von Familie und Beruf Die Autorinnen der Studie fordern deshalb mehr Aufklärung. "Ein realistisches Verständnis darüber, wie das Alter das Risiko beeinflusst, kann Frauen und Männer bei der Familienplanung unterstützen", sagte Mitautorin Jasmin Passet-Wittig. Zugleich hoben sie hervor, dass neben gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch biologische und nicht planbare Faktoren eine Rolle spielen. Gerade dabei könnte Wissen über Möglichkeiten und Grenzen der Reproduktionsmedizin wichtig für informierte Entscheidungen sein.