Zeit 08.10.2026
18:41 Uhr

Frau verliert eine Million: Neue Online-Abzocke: Betrug bei Immobilienkauf


Frau verliert eine Million: Neue Online-Abzocke: Betrug bei Immobilienkauf
Beim geplanten Kauf einer Wohnung haben eine M\u00fcnchnerin und ihr Partner mehr als eine Million Euro durch eine neuartige Betrugsmasche verloren. Die Polizei warnt die Bev\u00f6lkerung vor manipulierten E-Mails. Die 60-J\u00e4hrige hatte im Sommer nach Absprache mit ihrer Bank den siebenstelligen Betrag an einen Makler \u00fcberwiesen. Doch das Geld kam der Schilderung der Polizei nie bei ihm an. Das Paar verlor seine gesamten R\u00fccklagen. \u00abSo eine Art Fall hatten wir bisher nicht\u00bb Die bisher unbekannten T\u00e4ter hatten lange im Voraus geplant: Sie gr\u00fcndeten eine GmbH mit \u00e4hnlichem Namen wie die Immobilienfirma. Und der E-Mail-Austausch zwischen Makler und K\u00e4uferin wurde laut Polizei manipuliert. Sie fingen die Zahlungsaufforderung ab und tauschten im Text der Mail die Bankverbindung aus. \u00abDer Super-GAU war, dass es eine Sofort\u00fcberweisung war, weil die Schl\u00fcssel\u00fcbergabe am selben Tag stattfinden sollte\u00bb, sagte der M\u00fcnchner Kriminaloberkommissar Sebastian Wirth. So hatten die T\u00e4ter sofortigen Zugriff auf das Geld und verteilten es unter anderem im EU-Ausland. Diese Masche gebe es gr\u00f6\u00dftenteils im Unternehmensbereich unter dem Namen \u00abBusiness E-Mail Compromise\u00bb. Betr\u00fcger verschaffen sich - teils Monate zuvor - Zugriff auf Unternehmenskonten, fangen Nachrichtenverl\u00e4ufe ab und manipulieren Zahlungsforderungen. Neu ist das Vorgehen laut Polizei bei Privatleuten. \u00abSo eine Art Fall hatten wir bisher noch nicht\u00bb, sagte Wirth. \u00abGl\u00fcck im Ungl\u00fcck\u00bb Weil der Betrug schnell der Polizei gemeldet wurde, konnten bislang knapp 900.000 Euro des \u00fcberwiesenen Geldes gesichert und der Frau zur\u00fcckgegeben werden. Das sei \u00abGl\u00fcck im Ungl\u00fcck\u00bb. Bei Echtzeit\u00fcberweisungen st\u00fcnden die Chancen nach l\u00e4ngerer Zeit bei fast Null. Der Rat der Polizei: Der effektivste Schutz gegen unbefugte Zugriffe auf E-Mail-Konten sei die Mehr-Faktor-Authentifizierung (MFA). Sie stelle f\u00fcr Cyberkriminelle eine erhebliche H\u00fcrde dar. Unterst\u00fctzt werden sollte dies durch lange, individuelle Passw\u00f6rter und eine sorgf\u00e4ltige \u00dcberwachung des Posteingangs. Vor gr\u00f6\u00dferen Anschaffungen sollten die Zahlungsaufforderungen ganz genau \u00fcberpr\u00fcft werden. Beim Immobilienkauf k\u00f6nne der Blick auf die notarielle Urkunde helfen: Auf dieser sei die IBAN des Verk\u00e4ufers vermerkt. \u00a9 dpa-infocom, dpa:261008-930-811353/1