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06.06.2026
04:30 Uhr
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Niedersachsen und Bremen erfassen den Zustand ihrer Hauptdeichlinie und wichtiger Küstenschutzbauwerke, um so notwendige Baumaßnahmen für den künftigen Hochwasserschutz zu planen. Dazu wird der sogenannte Generalplan Küstenschutz Festland überarbeitet und fortgeschrieben, wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden (Landkreis Aurich) auf Anfrage mitteilte. Solche Generalpläne sind die zentralen Planungsinstrumente im Küstenschutz, um die hinter den Deichen lebenden Menschen vor Hochwasser zu schützen. Im neuen Generalplan wird nicht nur der Zustand von Deichen, Sperrwerken und anderen Anlagen zum Küstenschutz erfasst. Auch die nötigen Anpassungen und deren Kosten mit Blick auf die Folgen des Klimawandels und den erwarteten Anstieg des Meeresspiegels werden darin zusammengefasst. Der Plan werde mit dem Umweltministerium in Hannover und der bremischen Umweltsenatorin abgestimmt und soll 2027 veröffentlicht werden, teilte der NLWKN mit. Wie schnell die in dem Plan festgehaltenen Maßnahmen und Bauvorhaben nach der Veröffentlichung abgearbeitet werden, hänge vor allem vom Ist-Zustand der Anlagen des Küstenschutzes und künftigen Entwicklungen ab, hieß es. Schutz von mehr als einer Million Menschen Der Plan umfasst der Behörde zufolge die sturmflutgefährdeten Gebiete in Niedersachsen und Bremen. Diese reichen von der deutsch-niederländischen Grenze bis zur Elbe. Allein in Niedersachsen umfasst diese Fläche rund 6.500 Quadratkilometer mit rund 1,1 Millionen Einwohnern. Dazu gehören die fast 618 Kilometer lange Küstenschutzlinie mit den Hauptdeichen und 16 Sturmflutsperrwerke. In Niedersachsen müssen nach früheren Angaben von Umweltminister Christian Meyer (Grüne) viele Deiche in den nächsten Jahrzehnten erhöht werden. Denn der Klimawandel wird absehbar zu einem Anstieg des Meeresspiegels führen. Aktuell sind die niedersächsischen Deiche an der Küste zwischen acht und zehn Metern hoch. Um sich für höhere Hochwasserscheitel etwa bei Sturmfluten zu wappnen, haben sich die norddeutschen Küstenländer vor einiger Zeit auf ein höheres Vorsorgemaß, quasi einen Sicherheitsaufschlag bei der Deichhöhe, von einem Meter verständigt. Das soll für die nächsten 100 Jahre ausreichend Sicherheit und Reaktionszeit für Anpassungen geben, falls der Meeresspiegel stärker ansteigen sollte als bislang prognostiziert. Zudem sollen künftige Verstärkungen der Deiche als sogenannte Klimadeiche gebaut werden, so dass diese Bauwerke bei Bedarf noch weiter erhöht werden könnten. Dazu werde mehr Platz am Deichfuß an der Binnenseite eingeplant. Das gebe bei einer ungünstigen Entwicklung des Anstiegs des Meeresspiegels eine kurzfristige Möglichkeit zum Handeln, um den Deich auf dieser Fläche um bis zu einem Meter zusätzlich erhöhen zu können, teilte der NLWKN weiter mit. © dpa-infocom, dpa:260606-930-181138/1