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13.03.2026
09:50 Uhr
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Die Firmenpleiten in Deutschland sind auf das höchste Niveau seit elf Jahren gestiegen. Trotz der gestiegenen Zahl sanken jedoch die Forderungen an Gläubiger.

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen. Die deutschen Amtsgerichte verzeichneten 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen und damit 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zuletzt gab es demnach im Jahr 2014 mehr Unternehmensinsolvenzen (24.085 Fälle). Während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 gab es 32.687 Pleiten. Trotz mehr Insolvenzen sanken die Forderungen der Gläubiger auf rund 47,9 Milliarden Euro von 58,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Grund dafür ist laut dem Statistikamt, dass 2025 weniger wirtschaftlich bedeutende Firmen Insolvenz anmeldeten. Die Zahl der sogenannten Großpleiten mit Forderungen von mehr als 25 Millionen Euro fiel um 15,6 Prozent. Die meisten Insolvenzen traten den Angaben nach im Bereich Verkehr und Lagerei auf. Darauf folgen das Gastgewerbe und das Baugewerbe. "Die heute veröffentlichten Zahlen zeigen: Im Schnitt musste in Deutschland alle 20 Minuten ein Unternehmen Insolvenz anmelden", sagte der Chefanalyst der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier. Auch die Konsumentinnen und Konsumenten waren von der Konjunkturflaute betroffen. Im Gesamtjahr 2025 gab es 77.219 Verbraucherinsolvenzen und damit 8,4 Prozent mehr als 2024. Auch der Blick auf 2026 mache wenig Hoffnung auf eine Trendwende, fuhr Treier fort. Er verwies auf eine DIHK-Umfrage, nach der "die leichten konjunkturellen Auftriebskräfte" wie staatliche Rüstungsausgaben noch nicht in der Breite bei den Unternehmen ankämen. Die Entwicklung in Nahost stelle ein zusätzliches Risiko dar.