Zeit 08.10.2026
13:56 Uhr

Italien: Parlament verabschiedet Giorgia Melonis umstrittene Wahlrechtsreform


Deutliche Wahlsieger in Italien sollen künftig »Bonussitze« erhalten. Giorgia Meloni verweist auf leichtere Mehrheitsbildung – könnte aber selbst davon profitieren.

Italien: Parlament verabschiedet Giorgia Melonis umstrittene Wahlrechtsreform
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat ihre Wahlrechtsreform mit einer letzten Abstimmung erfolgreich durch das Parlament gebracht. Die Reform nahm in der Abgeordnetenkammer die letzte parlamentarische Hürde und wurde mit 227 zu 164 Stimmen endgültig verabschiedet. Der Senat – die zweite Kammer des Parlaments – hatte das Vorhaben bereits Mitte September gebilligt. Meloni will mit der Reform durchsetzen, dass der Sieger einer Parlamentswahl einen Mehrheitsbonus bekommt, wenn er 42 Prozent der Stimmen auf sich vereinen kann. Eine neue Koalition bekäme dann in der Abgeordnetenkammer 70 Sitze hinzu und im Senat 35 Sitze zusätzlich. Aus einem knappen Wahlsieg könnte so eine komfortable Mehrheit werden. Kritiker werfen Meloni vor, ihre eigene Regierung im Fall eines erneuten Wahlsiegs zu mehr Macht verhelfen zu wollen. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.