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11.03.2026
12:25 Uhr
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Wegen des Irankriegs gibt Deutschland seine Öl-Notfallvorräte frei. Zuletzt passierte das im Jahr 2022. Spritpreise sollen nur noch einmal pro Tag erhöht werden dürfen.

Angesichts deutlich gestiegener Öl- und Spritpreise infolge des Irankriegs gibt Deutschland einen Teil der nationalen Ölreserve frei. Das kündigte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) an. Die Energieminister der G7-Staaten hatten zuvor gesagt, sie seien gemeinsam mit der Internationale Energieagentur (IEA) dazu bereit, die Notfallvorräte freizugeben. Die Vorräte stellen sicher, dass im Kriegs- oder Katastrophenfall genug Öl zum Tanken, Heizen und für die Industrie zur Verfügung steht. Eine Freigabe soll zudem den Preisanstieg abschwächen. Die Agentur soll am frühen Nachmittag ihre Empfehlung zu einer Freigabe von strategischen Ölreserven bekannt geben. Die freigegebene Menge könne sich auf insgesamt 400 Millionen Barrel belaufen, berichteten die Nachrichtenagentur Reuters und das Handelsblatt mit Bezug auf Insider. Eine Stellungnahme der IEA lag zunächst nicht vor. Die IEA koordiniert dabei die Freigabe großer Mengen aus den Reserven, damit kein Land von den Auswirkungen auf die Preise überrascht wird. Weltweit sind 32 Länder Mitglied der IEA. Sie verpflichtet ihre Mitglieder, ständig Ölbestände vorzuhalten, die mindestens 90 Tagen ihrer Nettoimporte entsprechen. 34,42 Millionen Tonnen Öl auf Vorrat Deutschland hatte Zahlen der IEA zufolge im November vergangenen Jahres 34,42 Millionen Tonnen Öl auf Vorrat. Ein großer Teil davon ist Rohöl, das nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums vor allem in Norddeutschland gelagert wird. Diesel-, Benzin-, Heizöl- und Kerosinvorräte sind hingegen über das Bundesgebiet verteilt. 400 Millionen Barrel würden die bisherige Höchstmenge von 182 Millionen Barrel zu Beginn des Ukrainekriegs deutlich übertreffen. Es entspräche in etwa der Menge, die vor dem Krieg innerhalb von 20 Tagen durch die Straße von Hormus transportiert wurde. Weiter hieß es, dass 19,5 Millionen davon aus der deutschen Reserve kommen sollen. Das wäre rund ein Fünftel der Vorräte hierzulande. Die Energiemärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark beeinträchtigt. Der Transport von Energierohstoffen aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormus ist praktisch zum Erliegen gekommen. Zuletzt haben Berichte über angeblich vom Iran in der Straße von Hormus verlegte Seeminen die Sorge um die Sicherheit der internationalen Energieversorgung befeuert. Spritpreise deutlich gestiegen In Deutschland sind die Spritpreise seitdem deutlich gestiegen . In der Politik läuft eine Debatte über mögliche Gegenmaßnahmen und Entlastungen der Verbraucher. Dazu sagte Reiche, die Häufigkeit der Preisänderungen an den Zapfsäulen solle eingeschränkt werden. Nach dem Vorbild des "österreichischen Modells" dürften Tankstellen ihre Preise dann nur noch einmal am Tag erhöhen. Preissenkungen seien dagegen jederzeit zulässig. Am Abend kommen die Koalitionsspitzen von CDU, CSU und SPD zusammen, um über Entlastungen zu sprechen. Deutschland bezieht sein Rohöl überwiegend nicht aus dem Nahen Osten. Seit Gründung der IEA im Jahr 1974 gab es fünf koordinierte Freigaben aus den Reserven: vor dem Zweiten Golfkrieg 1991, nach den Hurrikanen Katrina und Rita 2005, während des Bürgerkriegs in Libyen 2011 und zweimal nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022.