Zeit 28.05.2026
18:15 Uhr

Krieg im Nahen Osten: Netanjahu ordnet Einnahme weiterer Gebiete im Gazastreifen an


Israel will weitere Teile des Gazastreifens besetzen. Regierungschef Benjamin Netanjahu forderte von der Armee, insgesamt 70 Prozent des Küstenstreifens zu kontrollieren.

Krieg im Nahen Osten: Netanjahu ordnet Einnahme weiterer Gebiete im Gazastreifen an
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Armee des Landes angewiesen, weitere Teile des Gazastreifens einzunehmen. Insgesamt solle Israel mehr als zwei Drittel des gesamten Küstenstreifens kontrollieren, sagte Netanjahu in einer vom israelischen Fernsehsender Channel 12 übertragenen Konferenz. »Wir setzen die Hamas derzeit massiv unter Druck. Wir kontrollieren nun 60 Prozent des Gebiets im Gazastreifen. Wie Sie wissen, lagen wir bei 50 Prozent, sind nun auf 60 Prozent gestiegen«, sagte Netanjahu. »Mein Auftrag lautet, auf 70 Prozent zu kommen.« Seit Oktober 2025 gilt zwischen Israel und der palästinensischen Terrororganisation eine maßgeblich von den USA vermittelte Waffenruhe. Beide Seiten warfen sich wiederholt gegenseitig vor, gegen die Vereinbarung verstoßen zu haben. Ein 20-Punkte-Plan von US-Präsident Donald Trump sieht vor, dass sich die israelischen Streitkräfte hinter eine sogenannte gelbe Linie im Gazastreifen zurückziehen. Das würde bedeuten, dass Israel vorerst die Kontrolle über rund 50 Prozent des Gazastreifens hätte. Die nun erfolgten Anweisungen Netanjahus widersprechen diesem Plan, der außerdem eine dauerhafte Besetzung oder Annexion des Gazastreifens klar ausschließt. Israel greift erstmals seit Wochen wieder Ziel in Beirut an Zuvor hatte Israel erstmals seit Wochen wieder ein Gebäude in einem südlichen Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf israelische Sicherheitsquellen, das Ziel sei Ali al-Husseini gewesen, ein Kommandeur einer der Hisbollah nahestehenden Miliz. Libanesische Behörden meldeten am Donnerstag mindestens 14 Tote bei israelischen Luftangriffen im Süden des Landes. Israels Armee hat seinen Militäreinsatz gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz in den vergangenen Tagen erneut ausgeweitet . Am Mittwoch erklärte sie ein großes Gebiet im Süden des Landes zur »Kampfzone« und forderte die Bewohner auf, ​alle Ortschaften südlich des Flusses Zahrani zu verlassen, der etwa 40 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze verläuft. Fast ein Fünftel des Libanon unter Israels Kontrolle Eigentlich gilt auch im Libanon eine Waffenruhe, allerdings ist sie sehr brüchig. Sie war am 16. April in Kraft getreten und sollte den Krieg zwischen Israel und der Hisbollah beenden, der Anfang März erneut aufgeflammt war. Israel kontrolliert zurzeit fast ein Fünftel des libanesischen Territoriums. Die Hisbollah lehnt die Waffenruhe ebenso ab wie direkte Gespräche mit Israel. Für Freitag ist ein Treffen von Militärvertretern Israels und des Libanon in Washington angesetzt. Das Treffen findet im Vorfeld einer neuen direkten Gesprächsrunde zwischen beiden Ländern am 2. und 3. Juni statt.