Zeit 09.10.2026
00:36 Uhr

Kriminalität: Zwei Behördenmitarbeiter bei Waffenkontrolle erschossen


Kriminalität: Zwei Behördenmitarbeiter bei Waffenkontrolle erschossen
Bei einer Waffenkontrolle in der Oberpfalz sind eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter des Landratsamts Neumarkt erschossen worden. Das teilte die Polizei mit. Der bewaffnete Tatverd\u00e4chtige hielt sich in der Nacht immer noch in einem Wohnhaus in Berngau (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) verschanzt. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Mann am Donnerstagnachmittag bei einer routinem\u00e4\u00dfigen \u00dcberpr\u00fcfung auf die beiden Besch\u00e4ftigen geschossen haben. Danach hatte die Polizei zun\u00e4chst mitgeteilt, dass ein Mitarbeiter t\u00f6dlich und eine weitere Person schwer verletzt worden sei. Am sp\u00e4ten Abend best\u00e4tigte ein Sprecher des Polizeipr\u00e4sidiums Oberpfalz dann, dass auch die zun\u00e4chst als schwer verletzt geltende Kollegin ums Leben gekommen sei. \u00abWir gehen davon aus, dass sie schon im Zuge der Sch\u00fcsse unmittelbar gestorben ist\u00bb, sagte der Sprecher. Daf\u00fcr spreche die Auffindesituation der Leiche. Sie wurde inzwischen aus dem Wohnhaus geborgen, in dem sich Tatverd\u00e4chtige noch befand. Weitere Details zur Identit\u00e4t der Opfer nannte die Polizei vorerst nicht. Polizei will friedliche L\u00f6sung Die Beamten rechneten nicht damit, dass der mutma\u00dfliche T\u00e4ter weitere Menschen get\u00f6tet oder verletzt habe oder aktuell bedrohe. \u00abDa ist keine weitere Person im unmittelbaren Umfeld von ihm, die gef\u00e4hrdet ist\u00bb, sagte der Sprecher. \u00abWir haben Kontakt zu ihm, der Kontakt findet in beide Richtungen statt.\u00bb Der Sprecher erl\u00e4uterte: \u00abWir versuchen immer die friedliche L\u00f6sung herbeizuf\u00fchren, das findet grunds\u00e4tzlich mit Kommunikation statt. Die Alternative ist auch allen klar. Aber Ziel ist durchaus, dass man eine gewaltfreie L\u00f6sung schafft.\u00bb Reine Routinekontrolle endet in Gro\u00dfeinsatz Gegen 14.00 Uhr waren wegen der Schussger\u00e4usche mehrere Notrufe bei Polizei und Rettungskr\u00e4ften eingegangen. Es begann ein Gro\u00dfeinsatz, der sich bis in die Nacht hinein zog. Denn nach den Sch\u00fcssen verschanzte sich der mutma\u00dfliche Sch\u00fctze in dem Wohnhaus. Die Polizei umstellte das Geb\u00e4ude. Ein Spezialeinsatzkommando fuhr unter anderem mit einem gepanzerten Fahrzeug nach Berngau, auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Die Menschen im Ort sollten derweil ihre H\u00e4user nicht verlassen oder zumindest den abgesperrten Bereich um das Haus des Verd\u00e4chtigen meiden. Nach Angaben der Polizei hatte es sich um eine reine Routinekontrolle des Waffenbesitzers gehandelt. Dabei werde unter anderem \u00fcberpr\u00fcft, ob die Waffen vorschriftsm\u00e4\u00dfig gelagert seien. Sie sollten dem Mann nicht weggenommen werden oder \u00c4hnliches. Entsprechend blieb zun\u00e4chst v\u00f6llig unklar, warum der mutma\u00dfliche T\u00e4ter das Feuer auf die Beh\u00f6rdenmitarbeiter er\u00f6ffnete. \u00a9 dpa-infocom, dpa:261008-930-809866/12