Zeit 05.10.2026
14:41 Uhr

Marinehafen in Emden: Bundeswehr bekommt einen neuen Marinehafen in Emden


Verteidigungsminister Boris Pistorius und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies bestätigten den Bau eines Marinehafens in Emden. Die Marine müsse und werde wachsen.

Marinehafen in Emden: Bundeswehr bekommt einen neuen Marinehafen in Emden
Nach Plänen der Bundeswehr soll an der niedersächsischen Nordseeküste in Emden ein neuer Marinehafen für die Bundeswehr gebaut werden. Verteidigungsminister Boris Pistorius und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies unterzeichneten eine Absichtserklärung für den Bau des Militärstützpunktes. Pistorius zufolge ist dies eine Milliardeninvestition. Der Hafen soll nach Möglichkeit Anfang der 2030er-Jahre fertig sein. »Emden wird wieder Standort der deutschen Marine «, sagte Olaf Lies. Aktuell ist die Marine demnach die kleinste in der Geschichte der Bundeswehr, obwohl sie gleichzeitig die größten und umfangreichsten Aufgaben erfüllen müsse. Die Marine müsse und werde demnach wachsen. Zudem sei wichtig, dass die Marine neben Wilhelmshaven einen zweiten Stützpunkt an der Nordsee bekomme. Die Marine werde so flexibler und agiler. »Damit sind wir im Ernstfall schwerer ausrechenbar und erhöhen unsere operativen Möglichkeiten. Darauf kommt es letztlich an«, sagte Pistorius. Bislang ist der Marinehafen in Wilhelmshaven der einzige an der Nordseeküste. Die Marine und das Bundesverteidigungsministerium hatten zuletzt mögliche weitere Standorte geprüft, unter anderem Bremerhaven. Niedersächsische Landesregierung zeigt »großes Interesse« Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa braucht die Marine eine Fläche von 40 Hektar mit Option auf weitere zehn Hektar. Der neue Marinehafen soll Liegeplätze für sieben Fregatten, zehn Minensucher und zehn Schlepper bieten. Voraussichtlich soll dort eine vierstellige Zahl an Soldaten und zivilen Mitarbeitern tätig sein. Dem Minister zufolge könnten so langfristig bis zu 2.000 Dienstposten in Emden entstehen. Die große Flächenverfügbarkeit in Emden und die gute Erreichbarkeit des Nordatlantiks sprächen Lies zufolge auch für den Standort. Das Gebiet, in dem der Marinehafen entstehen soll, ist noch weitgehend unbebaut. Die Staatskanzlei Niedersachsens hatte für Emden als Marinestandort geworben. Bis 1997 hatte es dort bereits einen Marinestützpunkt gegeben. Niedersachsen sei »Bundeswehrland Nummer Eins«, wie eine Sprecherin von Ministerpräsident Olaf Lies sagte. Entsprechend habe die Landesregierung »großes Interesse an einem starken Standort Emden«.