Zeit 18.08.2026
15:03 Uhr

Nationalsozialismus: Ehrenplakette für Holocaust-Überlebende Edith Erbrich


Nationalsozialismus: Ehrenplakette für Holocaust-Überlebende Edith Erbrich
Die Holocaust-Überlebende Edith Erbrich ist mit der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt ausgezeichnet worden. Mit ihren Auftritten als Zeitzeugin habe sie der Demokratie und dem Gemeinwohl gedient, sagte Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) bei der Verleihung am Montag. Erbrich hat in diesem Jahr bereits den Hessischen Verdienstorden erhalten. Zudem wurde sie 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die 1937 in Frankfurt geborene Erbrich war gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem jüdischen Vater nach Theresienstadt deportiert worden. Sie war damals sieben Jahre alt. Nach dem Krieg sprach sie lange kaum über ihre Erlebnisse. Erst im Ruhestand begann sie, über ihre Verfolgung und die Zeit in Theresienstadt zu berichten. Seit fast 30 Jahren als Zeitzeugin aktiv Seit fast 30 Jahren ist Erbrich als Zeitzeugin aktiv. Sie berichtet in Schulen, Jugendzentren, Universitäten und bei öffentlichen Veranstaltungen. Zudem engagierte sie sich für die Wanderausstellung «Kinder im KZ Theresienstadt» und veröffentlichte ihre persönliche Geschichte 2014 im Buch «Ich hab das Lachen nicht verlernt». «Dass die Arbeit als Zeitzeugin so wichtig ist, konnte ich mir am Anfang gar nicht vorstellen. Erst später habe ich bemerkt, wie wichtig es ist, über diese Zeit zu sprechen», sagte sie bei der Verleihung. In Frankfurt setzte sich Erbrich dafür ein, dass am ehemaligen Standort der Großmarkthalle dauerhaft an die Deportationen der Frankfurter Jüdinnen und Juden erinnert wird. Zudem war sie an der Einweihung einer Gedenktafel an der Europäischen Zentralbank beteiligt. Die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt wird seit 1952 an Menschen verliehen, die sich etwa auf kulturellem oder sozialem Gebiet besondere Verdienste erworben und dadurch das Ansehen Frankfurts in besonderer Weise gefördert haben. © dpa-infocom, dpa:260818-930-547728/1