Zeit 05.10.2026
12:38 Uhr

Nobelpreis 2026: Medizin-Nobelpreis für zwei deutsche Optogenetiker


Peter Hegemann, Georg Nagel und der US-Wissenschaftler Karl Deisseroth zeigten, wie Zel​len per Licht an- und ausgeschaltet werden. Das revolutionierte die Hirnforschung.

Nobelpreis 2026: Medizin-Nobelpreis für zwei deutsche Optogenetiker
Der diesjährige Nobelpreis in der Kategorie Medizin geht an die beiden deutschen Optogenetiker Peter Hegemann und Georg Nagel sowie an den US-Wissenschaftler Karl Deisseroth. Das gab das Karolinska-Institut in Stockholm bekannt. Das Nobelkomitee ehrte die Forscher für ihre Entdeckungen im Bereich der Optogenetik. Die drei Wissenschaftler erforschten, wie sich Zellen mithilfe von Licht präzise an- oder abschalten lassen. Die Optogenetik, die auf die drei Forscher zurückgeht, kombiniert genetische und optische Techniken, um in lebendem Gewebe und in lebenden Tieren gezielt zelluläre Aktivität zu steuern. Sie wird heute vor allem dazu genutzt, die Funktion bestimmter Nervenzellen und Netzwerke im Gehirn zu ergründen – und so das komplexeste Organ des Menschen besser zu verstehen. Das Nobelpreiskomitee teilte mit: »Diese Methode wird heute in Laboren weltweit eingesetzt, um die Geheimnisse des Gehirns zu entschlüsseln.« Hegemann, der an der Humboldt-Universität Berlin forscht, und Nagel von der Universität Würzburg entdeckten Anfang der Nullerjahre das Protein Kanalrhodopsin (Channelrhodopsin), das Zellen empfindlich für Licht macht. Damals forschten die beiden deutschen Wissenschaftler noch an den Max-Planck-Instituten für Biochemie und Biophysik. Deisseroth setzte das Gen für dieses Protein in Neuronen von Ratten ein und zeigte, dass man die Nervenzellen in der Folge mit Licht aktivieren kann. Nobelpreiswoche gestartet Im vergangenen Jahr erhielten die US-Forscher Mary E. Brunkow, Fred Ramsdell und der japanische Wissenschaftler Shimon Sakaguchi den Nobelpreis für Medizin . Das Nobelkomitee ehrte die drei Forscher für ihre Entdeckungen zur sogenannten peripheren Immuntoleranz. Die Preisträger identifizierten Sicherheitsmechanismen des Immunsystems, die regulatorischen T-Zellen, die verhindern, dass Immunzellen den Körper angreifen. Mit der Bekanntgabe dieses Nobelpreises ist die diesjährige Nobelpreiswoche gestartet. Bis zum kommenden Montag werden die Träger der weltweit renommiertesten Auszeichnungen in sechs Sparten bekannt gegeben. Sie erhalten jeweils ein Preisgeld von umgerechnet rund 1,06 Millionen Euro. Mehrere Preisträger innerhalb einer Sparte, wie beim diesjährigen Medizinnobelpreis, müssen sich das Preisgeld teilen. Überreicht werden die Preise am Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, dem 10. Dezember – der Friedenspreis in Oslo, die anderen in Stockholm.