Zeit 08.10.2026
22:19 Uhr

Schülerproteste in Frankreich: Erneut protestieren Zehntausende in Frankreich für bessere Bildung


Die Schulproteste in Frankreich gehen unvermindert weiter – und zeigen Erfolg: Laut Premier Lecornu sollen kurzfristig mehr als 3.000 Vertretungslehrer eingesetzt werden.

Schülerproteste in Frankreich: Erneut protestieren Zehntausende in Frankreich für bessere Bildung
In Frankreich sind erneut Zehntausende f\u00fcr bessere Lernbedingungen an Schulen auf die Stra\u00dfe gegangen . Laut dem Innenministerium beteiligten sich 71.500 Menschen an Demonstrationen. Alleine in Paris waren es demnach 24.500. An Protest- und Blockadeaktionen direkt an Schulen beteiligten sich landesweit 55.000 Menschen. Zumeist seien die Demonstrationsz\u00fcge sowie die Blockaden friedlich verlaufen. Dennoch kam es im Zuge von Protestaktionen zu 504 Festnahmen. Zudem wurden fast 50 Polizisten verletzt. Bereits seit knapp zwei Wochen demonstrieren Sch\u00fcler in Frankreich f\u00fcr eine bessere Ausstattung der Gymnasien, mehr Vertretungslehrer und Investitionen in das Bildungswesen. Dem Protest haben sich inzwischen auch Studierende angeschlossen. Bisher ist die Regierung nicht mit konkreten Zusagen auf die Sch\u00fcler eingegangen. F\u00fcr die kommenden Tage wurden weitere Proteste angek\u00fcndigt. Aufgrund der Eins\u00e4tze gegen die zumeist minderj\u00e4hrigen Demonstrierenden steht die Polizei zunehmend in der Kritik. Gegen mehrere Beamte wird wegen mutma\u00dflicher Polizeigewalt ermittelt . Innenministerium spricht von Ausschreitungen Das Innenministerium berichtete \u00fcber zunehmende Ausschreitungen am Rande der friedlichen Demonstrationen . Betroffen seien insbesondere das Lehrpersonal und Schulen. So wurde in der Nacht in einem Gymnasium in Poitiers Feuer gelegt, das auf das Auto einer Lehrerin \u00fcbergriff. In Saint-\u00c9tienne drangen am Morgen mehrere Personen in das Gymnasium ein und verw\u00fcsteten die Kantine. In Toulouse wurde ein Schulleiter von einem erwachsenen Demonstranten geschlagen und in Saint-Chamond erlitt der stellvertretende Schulleiter Verbrennungen im Gesicht durch einen Feuerwerksk\u00f6rper. Zudem sei es zu zahlreichen Angriffen auf die Ordnungskr\u00e4fte und Polizeiwachen gekommen, teilte das Innenministerium mit. In Stra\u00dfburg wurde demnach ein Polizeiauto in Brand gesetzt, am Polizeipr\u00e4sidium von La Rochelle kam es zu Sachbesch\u00e4digungen und auf eine Polizeiwache in Bordeaux wurde ein Brandanschlag ver\u00fcbt. Einsatz von Vertretungslehrern angek\u00fcndigt Premierminister S\u00e9bastien Lecornu hat als Reaktion auf die anhaltenden Proteste den kurzfristigen Einsatz von mehr als 3.000 Vertretungslehrern angek\u00fcndigt. Ein Aktionsplan von Bildungsminister \u00c9douard Geffray sehe die Verwendung der zus\u00e4tzlichen Lehrer an den 114 Gymnasien vor, an denen der Lehrermangel am dr\u00e4ngendsten sei, sagte Lecornu. Zudem stellte er zus\u00e4tzliches Geld in Aussicht. Die Regierung werde \u00c4nderungsantr\u00e4ge zum Haushalt 2027 einbringen, um bestimmte Vorschl\u00e4ge in konkrete Ma\u00dfnahmen umzusetzen, insbesondere im Bereich der Vertretungslehrer.