Zeit 12.03.2026
07:18 Uhr

Sicherheitsbehörden: Polizei soll mehr Befugnisse für Onlineermittlungen erhalten


Das Bundesinnenministerium will die Rechte der Polizei im digitalen Raum ausweiten. Unter anderem soll das BKA automatisiert biometrische Daten abgleichen dürfen.

Sicherheitsbehörden: Polizei soll mehr Befugnisse für Onlineermittlungen erhalten
Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundespolizei sollen zusätzliche Ermittlungsbefugnisse im digitalen Raum erhalten . Darauf haben sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) verständigt. Grundlage sind drei Gesetzentwürfe, aus denen die Nachrichtenagentur dpa zitiert. Im Zentrum der geplanten Reformen steht die Möglichkeit zur automatisierten Datenanalyse sowie zum Abgleich biometrischer Daten wie Fotos mit öffentlich zugänglichen Daten aus dem Internet. So sollen etwa Menschen identifiziert werden können. Laut Gesetzentwurf soll der Datenabgleich zudem dabei helfen, gesuchte Personen zu lokalisieren und mögliche Zusammenhänge zwischen Straftaten und Tatverdächtigen zu erkennen. "Insbesondere für komplexe Ermittlungen in den Bereichen Terrorismus, schwerer und organisierter Kriminalität ist die automatisierte Datenanalyse als Ermittlungsinstrument notwendig", heißt es in dem Gesetzesentwurf. Einsatz von KI bei der Strafverfolgung vorgesehen "Mit automatisierter Datenanalyse können BKA und Bundespolizei große Datenmengen durchforsten, Muster erkennen und versteckte Verbindungen sichtbar machen: Ein wichtiger Hebel im Kampf gegen Terrorismus und schwere Kriminalität", sagte Dobrindt. Der biometrische Internetabgleich könne dabei helfen, Täter im Netz aufzuspüren und Gesichtern Namen zuzuordnen. Bundesjustizministerin Hubig kündigte außerdem an, dass auch KI und andere digitale Werkzeuge bei der Verfolgung von Straftaten wichtige Dienste leisten könnten. Zugleich sei nicht alles, was technisch möglich sei, in einem Rechtsstaat auch zulässig. "Es braucht gesetzliche Leitplanken für den Einsatz von digitalen Instrumenten ", sagte Hubig. Entscheidungen im Strafverfahren dürften zudem immer nur von Menschen getroffen werden, nicht von KI-Agenten. Ausweitung der Befugnisse im Koalitionsvertrag Dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) soll ermöglicht werden, Fotos mit Bildern, die im Internet öffentlich verfügbar sind, abzugleichen. Diese Befugnis soll sich allerdings auf biometrische Daten von Ausländern beschränken, die keinen gültigen Pass vorweisen können. Dass es Sicherheitsbehörden erlaubt werden soll, für bestimmte Zwecke Daten mithilfe von künstlicher Intelligenz auszuwerten und Täter schwerer Straftaten unter bestimmten Voraussetzungen im Nachhinein mithilfe biometrischer Daten zu identifizieren, hatten SPD und CDU bereits im Koalitionsvertrag vereinbart.