Zeit 28.09.2026
16:34 Uhr

Stellenabbau bei Bosch: Bosch baut die Hälfte der Arbeitsplätze in Nürnberger Werk ab


Trotz einer Umsatzsteigerung will Bosch weitere Stellen abbauen. Bis 2029 soll die Belegschaft des Werks in Nürnberg um die Hälfte reduziert werden.

Stellenabbau bei Bosch: Bosch baut die Hälfte der Arbeitsplätze in Nürnberger Werk ab
Bosch hat angekündigt, in seinem Werk in Nürnberg bis 2029 900 Arbeitsplätze zu streichen. Das Werk hat rund 1.800 Mitarbeiter. Der Stellenabbau in Nürnberg soll zusätzlich zum bereits angekündigten Abbau von konzernweit 22.000 Mitarbeitern erfolgen. Der Großteil davon trifft den Mobility-Sektor. Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 hatte Bosch bereits rund 6.500 Beschäftigte weniger als Ende 2025. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen nach Steuern erstmals seit der Finanzkrise 2008 rote Zahlen geschrieben und einen Verlust ausgewiesen. Im ersten Halbjahr 2026 steigerte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 46,4 Milliarden Euro. Bosch begründet Stellenabbau mit Wandel der Automobilindustrie Bosch begründete den Stellenabbau mit dem fortschreitenden Wandel in der Automobilindustrie und dem zunehmenden Wettbewerbs- und Preisdruck in der Branche. Vor allem Konkurrenten aus China setzen dem Zulieferer zu . Der weltweite Automarkt stagniere, die Nachfrage in Europa sei sogar rückläufig. In Nürnberg stellt Bosch vor allem Komponenten für den Verbrennungsmotor sowie für Brennstoffzellen her. Durch den Wandel hin zu mehr Elektromobilität verlieren Verbrenner an Bedeutung. Die Brennstoffzelle für Wasserstoffantriebe konnte die Erwartungen bisher nicht erfüllen. Dies führe zu einem Personalüberhang in Nürnberg, der wirtschaftlich längerfristig nicht tragfähig sei, hieß es. Bosch kündigte sozialverträgliche Lösungen für den Abbau an. »Diese Entscheidung fällt uns überaus schwer, da sie für unser engagiertes Team in Nürnberg tiefgreifende Auswirkungen hat. Wir müssen jedoch unsere Strukturen an das veränderte Marktumfeld anpassen und unsere Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen«, heißt es in einer Mitteilung. Mitte September hatte der Bosch-Betriebsrat wegen der schwächelnden Automobilindustrie bereits vor einem weiteren Verlust von Arbeitsplätzen gewarnt. »Wir appellieren an die Politik, alles zu tun, was möglich ist, um unsere Arbeitsplätze und die Autoindustrie in Europa zu schützen«, sagte Betriebsratschef Frank Sell. Chinesische Autohersteller ​überschwemmten Europa mit E-Autos, die wegen Subventionen und Währungspolitik ⁠billiger seien. Er forderte etwa, dass nur der Kauf von E-Autos subventioniert werden sollte, deren Teile alle aus Europa kommen.