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20.03.2026
12:46 Uhr
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Gewerkschaften haben die Beschäftigten der Nachrichtenagentur dpa zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Der Aufruf richtet sich an rund 800 Beschäftigte.

Die Gewerkschaft Ver.di und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) haben Beschäftigte der Nachrichtenagentur dpa für Freitag zum Streik aufgerufen. Der Streik begann um Mitternacht und soll 24 Stunden andauern. Laut Ver.di richtet sich der Aufruf an rund 800 Beschäftigte. Mit dem Streik wollen Gewerkschaft und Beschäftigte Druck auf den Arbeitgeber während der laufenden Tarifverhandlungen aufbauen. Seit dem 16. Januar verhandeln Ver.di und der DJV mit der Geschäftsführung der dpa. Die Gewerkschaften fordern, dass die Gehälter für 2026 um einen Festbetrag von 250 Euro pro Monat angehoben werden. Für 2027 wollen sie eine Erhöhung um 2,5 Prozent mit einer Laufzeit von 18 Monaten. Die dpa bietet nach Ver.di-Angaben aktuell für 2026 eine Erhöhung um 2,3 Prozent oder alternativ 110 Euro fest und für 2027 eine Erhöhung um 2,5 Prozent. Agentur liefert trotz Streiks Inhalte Die dpa liefert Nachrichteninhalte an Medien. Auch die ZEIT gehört zu den Kunden der Nachrichtenagentur. Trotz des Streiks liefert die Agentur auch am Freitag Inhalte. Ein dpa-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur epd, dass es "eventuell zu Verzögerungen und Einschränkungen bei den dpa-Angeboten kommen" könne. Alle wichtigen Themen würden jedoch "in gewohnter Qualität ausgeliefert". Ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel bezeichnete den Streik als "historisch". Es sei der erste ganztägige Streik in der Geschichte der dpa. "Die dpa-Beschäftigten versorgen deutsche Medien rund um die Uhr und unter enormem Hochdruck mit hochwertigen und zuverlässigen Nachrichtenprodukten. Das sehen sie vom Arbeitgeber nicht ausreichend anerkannt", sagte von Fintel. Der dpa-Sprecher sagte dem epd, dass ein Tarifabschluss den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Unternehmens entsprechen und gleichzeitig zur Entwicklung ihrer Möglichkeiten am Markt passen müsse. "Aus Sicht der Geschäftsführung ist es daher ein Zeichen der Verantwortung, bei dieser Linie zu bleiben." Größere Tarifsprünge seien nicht möglich.