Zeit 01.10.2026
10:13 Uhr

Tankrabatt: Ökonomen kritisieren Tankrabatt als »teure Gießkannenlösung«


Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm äußert Zweifel am Tankrabatt. Für die Fahrer von Verbrennern sei Geld aufgebracht worden, das anderswo fehlte, sagt sie.

Tankrabatt: Ökonomen kritisieren Tankrabatt als »teure Gießkannenlösung«
Zum Start des Tankrabatts haben Ökonomen die Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin erneut kritisiert. Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm äußerte gegenüber der Augsburger Allgemeinen Zweifel, dass die Entlastungen zu 100 Prozent bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen. Zudem seien die Kosten für das Entlastungspaket höher, als es zunächst scheine. Das Geld, welches für die Entlastung aufgebracht werde, fehle »an anderer Stelle für Investitionen oder andere zukunftsorientierte Ausgaben«, sagte Grimm. Es sei »zynisch«, dass die Politik auf Kosten der jungen Generation das Fahren von Autos mit Verbrennungsmotor subventioniere, da der Bundeshaushalt zu 30 Prozent über Schulden finanziert sei. Die Politik verheddere sich in Kurzfristmaßnahmen, anstatt überfällige Reformen für mehr Wachstum anzugehen, sagte Grimm der Zeitung. »Dies dürfte für die Bürgerinnen und Bürger mehr Wohlstandsverlust bedeuten als vorübergehend höhere Spritpreise .« Die Bundesregierung versuche »durch diese opportunistische Politik, die Wähler nicht zu verprellen«, sagte die Wirtschaftsweise. Am Ende führe das jedoch nur dazu, »dass viele Wähler sich frustriert von den etablierten Parteien abwenden«. »Umverteilung zugunsten der Vielfahrer mit großen Autos« Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisierte den Tankrabatt auch mit Blick auf die Verteuerung des Deutschlandtickets ab 2027. Die VCD-Vorsitzende Christiane Rohleder sagte: »Der Tankrabatt ist eine teure Gießkannenlösung. Für rund 2,5 Milliarden Euro Steuergelder sinken die Kosten für Autofahrerinnen und Autofahrer bis Jahresende im Schnitt um weniger als 40 Euro.« Gleichzeitig werde die Mobilität mit dem Bus und der Bahn teurer, sagte Rohleder. Ähnliche Kritik kommt von Clemens Fuest, dem Chef des ifo Instituts. Er sagte der Augsburger Allgemeinen , der Tankrabatt bewirke vor allem eine »Umverteilung zugunsten der Vielfahrer mit großen Autos«. Darunter seien viele, die sich die hohen Preise leisten können. Wenn die Politik bestimmte Gruppen entlasten wolle, etwa Berufspendler, solle sie das besser mit zielgenauen Instrumenten umsetzen, etwa einer Erhöhung der Pendlerpauschale und Direktzahlungen an Haushalte mit niedrigeren Einkommen.