Zeit 02.10.2026
08:38 Uhr

Tarifverträge bei Volkswagen: IG Metall wirft VW-Führung Respekt- und Verantwortungslosigkeit vor


IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger kritisiert die Kündigung der Tarifverträge bei VW. Sie sei respektlos gegenüber den Mitarbeitern und löse weitere Konflikte aus.

Tarifverträge bei Volkswagen: IG Metall wirft VW-Führung Respekt- und Verantwortungslosigkeit vor
Nach der Kündigung zahlreicher Tarifverträge durch Volkswagen hat IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger deutliche Kritik an der Konzernführung geübt. Die Art und Weise der Kündigung sei »respektlos gegenüber den eigenen Beschäftigten«, sagte Gröger im Deutschlandfunk. Zudem sei das Vorgehen »verantwortungslos gegenüber dem Unternehmen selbst«, da ein zusätzlicher Konflikt im Konzern ausgelöst werde. Als Beispiel nannte Gröger ein Gespräch über den Zukunftstarifvertrag. Die Arbeitnehmervertreter hätten sich einen 50-minütigen Vortrag des Unternehmens angehört. Darin sei nicht darüber gesprochen worden, dass die Unternehmensführung vorhabe, Tarifverträge zu kündigen. Doch noch während des Gesprächs habe es Medienberichte über die Pläne gegeben. »Abermals hat das Unternehmen die Öffentlichkeit vorher wissen lassen, was man eigentlich mit den eigenen Beschäftigten vorhat«, sagte der Gewerkschafter. Der Zukunftstarifvertrag war 2024 abgeschlossen worden und soll laut VW- und Gewerkschaftsangaben von der Kündigung nicht betroffen sein. Die Kündigung des Manteltarifvertrags und damit der Rahmenbedingungen für die Beschäftigten sei »ein einmaliger Vorgang in der Geschichte von Volkswagen«. Auf die Auseinandersetzung sei die Interessenvertretung vorbereitet. Zehntausende Stellen fallen weg – Zukunft mehrerer Werke unklar Die Volkswagen-Führung setzt aktuell umfangreiche Sparpläne im Konzern um. In diesem Zuge wurde in dieser Woche ein Großteil der Tarifverträge gekündigt, darunter der wichtige Manteltarifvertrag . Aus Sicht des Unternehmens müssen verschiedene Regelungen in diesen Verträgen mit Blick auf den aktuellen Kostendruck angepasst werden. Weltweit will der VW-Vorstand in den kommenden Jahren unter anderem 50.000 Stellen streichen – zusätzlich zu bereits bestehenden Abbauplänen im Konzern. Die Hälfte könnte auf deutsche Standorte entfallen. Konkrete Programme müssen aber erst mit den Arbeitnehmern verhandelt werden. Darüber hinaus ist die Zukunft der VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm über die Jahre 2031 bis 2034 hinaus offen. Erst diese Woche wurde bekannt, dass auch die VW-Softwaretochter Cariad wohl vor einem weiteren Abbau von rund 1.000 Stellen steht .