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29.09.2026
16:50 Uhr
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Erstmals seit dem Ende der Amtszeit von Viktor Orbán sind zwei seiner früheren Minister festgenommen worden. Die ungarische Staatsanwaltschaft wirft ihnen Korruption vor.

Die Staatsanwaltschaft in Ungarn hat zwei ehemalige Minister aus Regierungen des damaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán wegen des Verdachts auf Korruption und Veruntreuung festnehmen lassen. Das Parlament hatte die Immunität der beiden Parlamentsabgeordneten Balázs Hankó und Miklós Seszták zuvor aufgehoben. Hankó wird vorgeworfen, in seiner Zeit als Minister für Kultur und Innovation von 2024 bis 2026 Gelder aus staatlichen Fonds teils für Wahlkampfausgaben zweckentfremdet zu haben und dabei einen Schaden im Wert von 17,3 Milliarden Forint, umgerechnet 47 Millionen Euro, verursacht zu haben. Dem früheren Entwicklungsminister Miklós Seszták wirft die Staatsanwaltschaft vor, in einen Korruptionsskandal verwickelt zu sein, bei dem umgerechnet rund 30 Millionen Euro an Bestechungsgeldern an staatliche Entscheidungsträger geflossen sein sollen. Seszták war von 2014 bis 2018 im Amt. Magyar: »Millionen Ungarn erfahren echten Regimewechsel« Haftrichter müssen nun entscheiden, ob die Politiker in Untersuchungshaft genommen werden sollen. Beide hatten sich nach Vorladungen der Staatsanwaltschaft freiwillig gestellt, wie ungarische Medien berichteten. Hankó und Seszták sind die ersten ehemaligen Minister Orbáns, die von der Justiz belangt werden. »Nach jahrzehntelangen Lügen haben Millionen Ungarn zum ersten Mal erfahren, was ein echter Regimewechsel und die Gleichheit vor dem Gesetz bedeuten«, schrieb der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar auf Facebook über den Vorgang. Orbán verurteilte die Festnahmen. Sein früherer Sprecher Bertalan Havasi behauptete, Hankó sei ein »politischer Gefangener«. Magyar zufolge verursachten Korruption und Veruntreuung in den letzten Regierungsjahren von Orbán Kosten in Höhe von acht bis zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Ungarn. Orbán bestreitet, Korruption nicht eingedämmt zu haben.