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05.10.2026
12:33 Uhr
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Die sogenannten »Coesfelder Listen« betreffen nicht nur die Stadt Köln: Zahlreiche Kommunen in NRW haben Hilfsangebote des Landes für Abschiebungen ignoriert.

Zahlreiche Kommunen in NRW haben Hilfsangebote der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) für Abschiebungen ignoriert oder abgelehnt. Laut dem nordrhein-westfälischen Fluchtministerium reagierten nur vier von mehr als 70 Kommunen positiv auf die Angebote. Die ZAB in Coesfeld hatte per Email Listen mit den Namen von insgesamt mehr als 1.200 ausreisepflichtigen Migranten aus Westbalkanstaaten an die Ausländerbehörden von 73 Kommunen übermittelt. Laut einer Antwort des NRW-Fluchtministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP nahmen vier Kommunen die angebotene Hilfe bei der Vorbereitung von Abschiebungen an. 18 Kommunen antworteten demnach nicht auf die Mail, in zwei Fällen sei unklar, ob sie überhaupt angekommen sei. »Die übrigen angeschriebenen Ausländerbehörden teilten mit, dass sie das Unterstützungsangebot nicht benötigten beziehungsweise die betreffenden Verfahren eigenständig bearbeiten würden«, heißt es in der noch unveröffentlichten Antwort, aus der die Nachrichtenagentur dpa und der Westdeutsche Rundfunk zitieren. Kritik an Kölner Ausländerbehörde Die sogenannte »Coesfelder Liste« hatte jüngst Kritik an der Stadt Köln ausgelöst. Sie erhielt bereits im November 2024 von der ZAB die Namen von 471 Personen, bei denen die ZAB Hilfe bei der Beschaffung von Passersatzpapieren anbot. Die Kölner Verwaltung lehnte diese Unterstützung zur Vorbereitung von Abschiebungen allerdings ab. Durch Recherchen des Kölner Stadt-Anzeigers stellte sich im Sommer 2026 heraus, dass auf der Liste zahlreiche Straftäter standen, von denen sich zudem mehrere in einem städtischen Bleiberechtsprogramm befanden. Der Ausländerbehörde wurde vorgeworfen, Abschiebungen zu verschleppen. Laut der Antwort auf die FDP-Anfrage verschickte die ZAB insgesamt 1.245 Datensätze. Mehr als 780 müssen demnach andere Kommunen als Köln betroffen haben. Ob sich darunter auch Straftäter befanden, ist bislang unklar. Insgesamt habe es als Reaktion auf die Listen 143 Amtshilfeersuchen zur Passersatzpapierbeschaffung gegeben, 53 Personen seien »zwischenzeitlich zurückgeführt« worden.