Zeit 30.05.2026
10:46 Uhr

»Yoshi and the Mysterious Book«: Welches Spiel kann ich mein Kind bedenkenlos zocken lassen?


Über diese Frage zerbrechen sich Eltern öfter den Kopf. Unser Autor hätte da eine knuffige Empfehlung.

»Yoshi and the Mysterious Book«: Welches Spiel kann ich mein Kind bedenkenlos zocken lassen?
Dieses Spiel klärt eine Frage, die seit Wochen im Kopf einiger Eltern herumspukt. Wer nämlich im April mit den Kindern im Kino war, um den Super Mario Galaxy Film zu schauen, der fragt sich vielleicht immer noch, warum eigentlich Yoshi, der grüne Dino, mitgespielt hat. Yoshi tauchte einfach auf. Niemand erklärte so recht, warum er jetzt dabei war, was wenig verwunderte. Yoshi kann ja auch nicht richtig sprechen. Spätestens jetzt dürfte es aber vielen aufgehen. Wenige Wochen nach dem Kinofilm ist Yoshi and the Mysterious Book erschienen: ein knuffiges Kinderspiel, quietschbunt, fantasievoll und ein bisschen psychedelisch. Rein werbetechnisch mag der Gastauftritt des kleinen Dinos in dem Mario-Film zwar absolut sinnvoll gewesen sein. Bis auf ein paar altbekannte Charaktere hat das Spiel aber nichts weiter mit dem Film zu tun. Hier geht es viel mehr um die Erforschung eines magischen Bilderbuchs mit einem buschigen Schnurrbart, das in einer Märchenonkeltonlage zu den Spielerinnen und Spielern spricht. Dass auch Bowser Jr. als gelegentlicher Gegner auftaucht, dass in der Geschichte verschiedene Yoshis das Buch erforschen und einen Wundervogel suchen – geschenkt. Die Handlung ist ein Feigenblatt für das, worum es bei Yoshi and the Mysterious Book eigentlich geht: Man betrachtet ein animiertes Bild im aufgeschlagenen Buch, wählt mit einer Lupe eine der herumwuselnden Kreaturen aus und beamt sich dann in ein kurzes Level, um das Wesen interaktiv zu erforschen. Hat man es erkundigt, darf man ihm sogar einen Namen geben. Die einzelnen Spielstufen sehen nach dem klassischen Hüpfen und Laufen aus, das man auch aus den Mario-Spielen kennt. Der Fokus liegt allerdings eher auf den kleinen Rätseln statt auf stressigen Geschicklichkeitstests. Leck nicht an den Seifenblasen Die Altersfreigabe ab 0 Jahren hat sich das Spiel redlich verdient. Yoshi kann nicht besiegt werden. Er wird von den meisten Kreaturen, die seinen Weg kreuzen, nicht einmal attackiert. Dafür kann er ihnen auf den Kopf springen, aber auch das wird eher nicht als Aggression verstanden. Yoshi kann sich die Wesen, die ihm begegnen, auch auf seinen Dinorücken setzen, sie herumtragen und schwungvoll abwerfen. Und er kann alles in den Mund nehmen. Dafür ist er ja bekannt. In den Mario-Spielen verschluckte Yoshi mit seiner Zunge nahezu alles, auch Gegner. Besonders positiv fällt die Spiellogik auf. Wer in diesen Levels einfach nur von links nach rechts rennt, findet kein Ziel. Durchkommen reicht nicht. Das ist, gerade im Vergleich zu anderen Kinderspielen, eine besondere Stärke von Yoshi and the Mysterious Book . Es nimmt Kinder etwas ernster und traut ihnen etwas Neues zu. Das Spiel sieht nur auf den ersten Blick so aus, wie ein herkömmliches Jump’n’Run. Vor allem müssen Kinder immer wieder von Neuem überlegen und einiges ausprobieren, um am Ende weiterzukommen. Erst wenn sie ein bestimmtes Rätsel oder Herausforderung überwinden, gilt das Level als gelöst. Einige Versuche führen zu lustigen Missgeschicken, andere zu Aha-Effekten. Yoshi kann mit Seifenblasen nach oben schweben, aber in den Mund nehmen mag er die froschgrünen Seifenblasenspucker nicht. Jede solche Erkenntnis wird mit Punkten und einem anerkennenden Kommentar gewürdigt.